Auf den ersten Blick sieht der Golfschwung ganz einfach aus. Er erfordert jedoch ein hohes Maß an Präzision, Körperbeherrschung und Koordination und zählt zu den technisch anspruchsvollsten Bewegungsabläufen im Sport. Der Ball liegt knapp über dem Boden und muss mit einem zehn mal fünf Zentimeter kleinen Schlägerblatt getroffen werden. Beim Schlag muss der Spieler die Schlagfläche genau senkrecht zur Ziellinie treffen und dabei die Bodenverhältnisse, Distanzen, Windstärken und Steigungen berücksichtigen. 

Gründe für maßgeschneiderte Golfschläger

Für einen optimalen Golfschwung ist die Wahl des Schlägers entscheidend. Er muss auf die persönlichen Körpermaße des Spielers und seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Ist der Schläger beispielsweise zu lang, kann man ihn schwer kontrollieren. Ist er aber zu kurz, steht man gebückt und eine korrekte Schulterdrehung aus dieser Haltung wird schwierig.

In Golfgeschäften oder Fachabteilungen stehen zumeist Schläger in Standard-Ausführungen. Diese passen den Spielern, die eben diese Standardmaße haben. Die meisten Spieler entsprechen jedoch nicht dem Standard und benötigen individuell angepasste Schläger. 

Hier setzt Herr Erhardt mit seiner Firma Classic Club Repair sein Fitting an. Er vermisst zuerst die Körpermaße seiner Kunden. Mithilfe der Körpergröße, des Hand-Boden-Abstands und anderen Faktoren wird beispielsweise die optimale Schlägerlänge ermittelt. Danach erfolgt die Analyse der Schaft- und Körperbewegung. Dafür nutzt Herr Erhardt die MotionBLITZ EoSens® mini1 Hochgeschwindigkeitskamera.

Die Analyse von Zeitlupenaufnahmen

Der Golfschlag kurz nach dem Treffmoment.

Im Durchschnitt wird ein Golfschlag in 0,8-1,5 Sekunden ausgeführt. Der Schlägerkopf kann bei guten Spielern eine Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h erreichen. Mit bloßem Auge lassen sich Details des Schwungs demnach nicht erkennen. Die MotionBLITZ EoSens® mini1 liefert detaillierte Aufnahmen in Zeitlupe, die Dietmar Erhardt analysiert. Sie bringen entscheidende Erkenntnisse über die optimale Auswahl des Schaftmaterials.

Je größer beispielsweise die Schlägerkopfgeschwindigkeit im Verhältnis zum Timing ist, desto mehr verbiegt sich der Schaft. Für Spieler mit einem schnellen, kräftigen Schwung empfiehlt sich deshalb ein weniger biegsamer Schaft. Dadurch hat der Spieler deutlich mehr Kontrolle über seine Schläge.

Für ältere Spieler oder Anfänger mit einem langsameren, schwächeren Schwung, empfiehlt sich ein Schaft aus biegsamerem Material. Mit einem Schaft aus Grafit wird das Gewicht in den Schlägerkopf verlagert und das Gesamtgewicht reduziert, wodurch besser beschleunigt werden kann.